Und los gehts....
Am Montagmorgen standen wir um vier auf, sogar meine Gastmama ist kurz aufgestanden um uns zu verabschieden. Mit Manu wartet wir dann auf den Van, es ging alles gut und wir kamen am Flughafen an, machten den Check-in und gingen Kaffee trinken.
Ein Tipp: 20 min vor dem Abflug zur Handgepäckkontrolle zu gehen ist eigentlich zu spät, aber man wird dafür persönlich zum Flugzeug gebracht. Ein Erlebnis für sich, bemerkenswerterweise war aber niemand sauer oder genervt deshalb. Und so ging es über Porto Velho nach Manaus, die Stadt, mitten im Amazonas, dort holte uns Rafael ab, den ich schon vom Austausch 2013/2014 kenne. Auf dem Weg zu seinem Haus erklärten er und sein Stiefvater einige Dinge, zum Beispiel, dass das Viertel in dem sie wohnen nach einem Vogel benannt wurde, denn früher gab es in dem Gebiet besonders viele Japiim.
Rafaels Mutter begrüßte uns herzlich und hieß uns willkommen in ihrem Haus.

Unsere Schlafgelegenheit:



Später fuhren wir ins Zentrum und besuchten den „Praça da saudade“ (Platz der Sehnsucht), das Theater mit seiner Weihnachtsdekoration und eine indigene Kunstgalerie.



Zum Abendessen gab es nach einem Eis noch Bällchen aus Maniokmehl und Fisch und wir probierten das Amazonasgericht Tacacá (eine Suppe aus Maniok, dem Gewürz Jambú, Algenähnlichem Grünzeug und Shrimps). Nach einem Tag voller Eindrücke fielen wir abends ins Bett.
Am nächsten Morgen gab es das beste Frühstück, dass ich in Brasilien bis jetzt hatt: Kuchen, Panetone, Ei, Brot, Kaffee, ein Brötchen mit Tucumán (eine orangene Amazonasfrucht), eine lila Frucht, die nach nichts schmeckt und Pamonha (so etwas wie Maiskuchen). Danach waren wir so voll, dass es bis zum Abendessen gereicht hat.
Im Zentrum haben wir alles, was wir bei Nacht gesehen haben, noch einmal angeschaut, dann waren wir in einer Austellung über indigene Legenden (sah aus wie Kindergemälde, zu Indiomärchen) und in einem ehemaligen Gerichtsgebäude, das noch aus der Kolonialzeit stammt.





Als wir danach in der Selbstbedienungseisdiele alle Früchte ausprobieren wollten, die wir nicht kannten (Açaí, Cupuaçu, Tucumán,...), rief mich die Kassiererin zu sich und gab mir Lissys Kamera zurück, die wir scheinbar am Vortag vergessen hatten. Wir hatten es nicht einmal gemerkt.. Chaosqueens, das kann ja mal etwas werden, wenn die Reise schon so anfängt.
Am gleichen Tag buchten wir noch unsere Tour in den Regenwald und unsere Weiterfahrt nach Belém nach Weihnachten. Wir waren bei gefühlten zehn Companies und haben uns dann tatsächlich für die Erste entschieden. Mit dem Schiff nach Belém war es auch nicht so einfach, nach einer Weile fanden wir dann aber ein vermeintlich gutes Angebot, mit Hängematte, vier Tage nach Belém für 280 R$ (ca.70€) pro Person. Warum das der größte Fehler war erfahrt ihr in einem der nächsten Beiträge.
Den Abend ließen wir zusammen mit noch einem Freund von Rafael ausklingen.

Wisst ihr, oft habe ich Zweifel, ob das mit der Sprache so gut läuft und ob ich jemals gut portugiesisch sprechen werde, aber seit Lissy da ist, bin ich die ganze Zeit am Übersetzen und obwohl das auf Dauer doch ganz schön anstrengend ist, gibt mir das das Gefühl, dass ich wirklich viel verstehe und ich glaube Rafael war auch erstaunt, wie gut die Verständigung läuft. Mittlerweile finde ich es auch nicht mehr so schwer etwas zu verstehen, bei dem ich nicht direkt angesprochen werde. Ich denke ich kann schon ganz schön zufrieden sein mit meinem Können, nach den Ferien möchte ich aber trotzdem gerne einen Portugiesischkurs machen, um auch die Grammatik besser zu beherrschen. Irgendwann habe ich mich so ans Übersetzen gewöhnt, dass ich sogar die englischen Sätze weitergegeben habe, ohne zu merken, dass die Sprache gewechselt wurde...

Beijo Lise