Vor den Ferien gab es noch einiges zu tun. Im Projekt lief der Advetskalender weiter, mit Rutschen,
Plätzchen backen,
Murmel spielen,
Eisessen und vielem mehr. Außerdem haben wir die Cesta basicas, (Säcke mit allen Grundnahrungsmitteln), die wir vom Rotary Clube bekommen haben, auf unsere Projektkinder zu Weihnachten verteilt.
Zum Schluss war ein Ausflug ins Schwimmbad geplant, außerdem hatten wir Professoras es uns zur Aufgabe gemacht, für jedes Kind einen Weihnachtsmann zu basteln und ein Tütchen mit Plätzchen zu füllen. Die Weihnachtsmänner aus Filz waren zwar sehr viel Arbeit, aber das haben wir irgendwie schon hinbekommen, das eigentliche Problem waren die Tüten. Vor der Teamsitzung (die immer um 17 Uhr anfängt) bin ich fast drei Stunden im Zentrum herumgeirrt um diese blöden Tütchen zu suchen. Nach dieser erfolglosen Suche bin ich dann so schnell es ging zu Sanzio gefahren, denn bei ihm habe ich Internet und sein Haus steht nahe am Projekt, also gab ich von dort aus Jack bescheid, dass ich nicht weiß, wo ich noch suchen sollte (sie wollte unbedingt Weihnachtsmuster drauf). Ich schrieb ihr dann schnell eine Nachricht und machte mich dann auch schon wieder auf den Weg, um mich mit jemandem zu treffen, der mich eventuell für drei Monate hätte aufnehmen können (habe mich dann aber dagegen entschieden, weil mir die Sache nicht so geheuer war). Um fünf kam ich dann pünktlich zum Treffen ins Projekt, Jack war nicht da, sie kam dann irgendwann viel zu spät und schlecht gelaunt an. Nachdem wir ewig irgendwelche unnötigen Dinge besprochen haben, meinte sie dann irgendwann, jemand müsste zum Supermarkt fahren um Tüten zu kaufen, das waren dann zwar keine Weihnachtstütchen gewesen, aber damit hätte sie sich abgefunden.
Natürlich musste einer von uns beiden Freiwilligen gehen und da Vera verletzt ist, habe ich mich schnell auf den Weg gemacht, ich denke man merkt jetzt noch, dass ich ziemlich sauer war, woher soll ich denn wissen, wo ich diese Dinger herbekomme, ich lebe schließlich noch keine 10 jahre in Cáceres und dann musste ich mit dem Fahrrad gehen, obwohl Drika und Jack mit dem Motorrad da waren und eine auch noch zu diesem Laden hätte fahren können, der diese Tütchen mit Sicherheit gehabt hätte.
Das Beste war dann ja aber wohl, dass Jack zu Vera meinte als ich weg war, ich hätte das ja schoon viel früher erledigen können. Ja wer hat denn den Film, a,, Tag des Film guckens besorgt, stand dann vor einer noch verschlossenen Tür und musste dann dafür zwei kaufen, obwohl das schon zwei Wochen im vorraus geplant war. Sie ist auch komischerweise nicht diejenige, die Kuchen backen, Rechnungen bezahlen, Teig und andere Dinge vorbereiten muss, meistens reduzieren sich ihre Atividades sich eher auf spontane Basteleinheiten und Handy Screenshots mit Anleitungen. Ich weiß, irgendwie ist das auch fies, jetzt so darüber zu schreiben, aber ich halte das gerade mehr für mich fest, als für andere und ich finde ich sollte mir vor allem auch die Dinge von der Seele schreiben, die mir in dem Jahr nicht gefallen haben und das hier gehört für mich eindeutig dazu, es kann eben auch nicht immer alles gut laufen.
Der Gipfel kommt aber erst noch:
Am nächsten Tag, der Tag des Ausfluges mit den Kindern begann auch ziemlich beschissen. Um Punkt 7 Uhr kam ich ins Projekt und es warteten bestimmt schon 15 Kinder darauf, dass ihnen jemand aufschließt und es los geht. Um halb acht kamen dann Mateus, Lucas und Vera und wir organisierten das Mittagessen, das die Oma eines Projektkindes kochte, dann spielten wir mit allen Kindern zusammen ein Spiel um die Kontrolle ein bisschen zu bewahren.
Von einem der älteren Kindern wussten wir, dass die anderen Professoras und unsere Chefin den Ausflug scheinbar vergessen haben. Kurz nach Acht sind die drei dann einmarschiert, ohne auch nur "Guten Morgen" oder soetwas zu sagen, haben den Kindern erklärt, sie hatten etwas Wichtiges zu organisieren und taten so, als seien sie noch pünktlich gekommen, nicht einmal an uns einen Hauch einer Entschuldigung. So fängt ein super guter Tag an!
Da wir die Kinder mit dem Auto zum Schwimmbad bringen mussten, fuhr ein Auto zweimal und besorgte gleich diese dramatisch wichtigen Tütchen mit Sternchen drauf. Lanche machten die Mädchen dann nur für sich und die Kinder, was auch irgendwie ein bisschen unverschämt war, was haben wir denn getan?! Und vor allem, was können wir für die Zickereien bei ihnen zuhause?
Die Plätzchen verteilten dann Vera und ich mit Hilfe der Jungs, die anderen hatten sich einfach mit den Kindern zum Schwimmbecken verkrümelt, ohne bescheid zu sagen.
Ansonsten verlief der Ausflug normal, keine Schwierigkeiten, es wurde allerdings auch nicht mehr wirklich mit uns geredet.
Die Kinder waren aber glücklich und das hat mich wirklich gefreut, auch fand ich es toll zu sehen, dass die Kinder ihre Grenzen kennen, denn die meisten können nicht schwimmen (ein paar Crashkurse konnte ich geben, ein Nachmittag ist dennoch zu wenig um schwimmen zu lernen), sogar der kleine Pietro wagte sich ohne Schwimmflügel o.ä. ins Wasser, klammerte sich dafür wie ein Äffchen an mir fest.
Am Nachmittag räumten wir noch das Projekt für die Ferien auf, eigentlich machten wir nichts von dem, was wir im Vornhinein besprochen hatten, die Mädchen nahmen einiges mit nach Haus, sonst war eigentlich nichts zu tun, der Kühlschrank wurde (vermutlich aus Faulheit) nicht abgetaut und lief damit über die ganzen Ferien.
Irgendjemand hatte einfach den Schlüssel mitgenommen, mit dem man den hinteren Raum "abschließen" kann (ein bisschen Drücken und die Tür ist offen), nachdem ich dann das Projekt abgeschlossen hatte, hat Jack dann stinkig wieder aufgeschlossen und hinten abgeschlossen (als wir zwei Tage später wieder kamen, um Lissy das Projekt zu zeigen war die Tür offen), ich hatte dann noch gefragt, wann wir uns am nächsten Tag treffen wollen um eines der Projektkinder im Krankenhaus zu besuchen ( ich hatte schon einmal von Derick erzählt, der im November einen Autounfall hatte). Die pampige Antwort war dann 16 Uhr, aber ich solle Suellen fragen, habe ich dann auch gemacht, die meinte dann 10 Uhr, ich hatte auch von vornherein gesagt, dass ich mittags nach Cuiabá fahre und deshalb nur morgens kann.
Am nächsten Morgen kamm dann eine Nachricht, Derick würde es heute morgen schlechter gehen, aber mittags könne man ihn dann besuchen...paradox...Vera meinte dann auch, die wollten nur nicht morgens gehen, aber gut, für mich war die Sache damit erledigt und meine Ferien konnten endlich beginnen. Ich habe Derick dann eine Nachricht geschrieben und mich entschuldigt, auf meine Kolleginnen hatte ich nach den zwei Tagen eh eher weniger Lust...
Schrittweise werden in den folgenden Tagen hoffentlich meine Reiseberichte, von Manaus über die Küste bis Sao Paulo folgen.
Beijo Lise