eingelebt.
Wenn ich um 11:15 Uhr vom Projekt mit dem Fahrrad nach Hause fahre erwartet mich meine Gastmutter schon und wir bereiten gemeinsam das Mittagessen vor. Bis jetzt kocht sie und ich mache „Suco“ (Saft), Salat und decke den Tisch. Dann essen wir normalerweise gemeinsam Reis, Bohnen und irgendein Fleisch, meistens gibt es auch Gemüse, weil ich das so gerne mag. Um die Mittagszeit macht mich die Hitze wahnsinnig müde, deshalb habe ich selten Lust wieder aufzustehen, wenn ich mich nach dem Essen aufs Sofa lege.
Das macht mir oft ein schlechtes Gewissen, ich mag die Kinder total gerne, aber manchmal ist es einfach nur anstrengend ins Projekt zu fahren und mit ihnen zu spielen. Bei den Actividades tue ich mich leichter. Diese Woche war das Thema im Projekt: „Gemüsegarten“.
Am Montag haben wir mit den Kindern darüber gesprochen, welches Obst und Gemüse sie gerne mögen und was man möglicherweise im Projektgarten pflanzen könnte. Die Kinder hatten sehr gute Ideen, wie beispielsweise Kopfsalat oder Karotten. Also haben Vera und ich alle Ideen der Kinder für die Englischstunde am Dienstag übersetzt. Den Kindern haben wir dann anhand von Bildern die Englischen Begriffe beigebracht.

Aula de Inglês

Am Mittwoch wurde das Unkraut im und um das Beet herum zusammen mit den Kindern entfernt. Trotz der Hitze hatten alle Spaß an der Arbeit. Nach dem Aufräumen haben die Kinder uns gezeigt, wie man Pipa (Drachen) bastelt. Voller Eifer haben die Kinder aus Bambusstäben Gerüste gebaut und mit dünnem buntem Papier beklebt.

Drachen basteln

Am Donnerstag waren wir mit den Kindern auf dem Fußballfeld, das sich direkt hinter dem Projektgelände befindet, um Drachen steigen zu lassen. Bei dieser Gelegenheit hat mir Tati, die am Austausch mit dem Dietrich-Bonhoeffer Gymnasiums teilnimmt, erzählt, dass es viele Kinder gibt, die die Schnur des Drachen mit kleinen Glassplittern bekleben und damit ein gefährliches Spiel spielen. Sie versuchen dann mit ihrer Schnur den Faden des anderen zu durchschneiden. Schon oft haben diese Schnüre schlimme Schnitte an Vorbeifahrenden und- laufenden hinterlassen. Es gab sogar Fälle, bei denen Menschen gestorben sind, weil diese scherbenbesetzten Schnüre ihnen die Kehle aufgeschnitten hat. Seit sie mir das erzählt hat habe ich Angst an Kindern vorbeizufahren, die mit Drachen spielen, denn es ist nur schwer zu erkennen, ob die Fäden mit Splittern besetzt sind.

Soltar pipa..Drachen steigen lassen

Die nächste Woche beginnt mit einem Feiertag, an dem der Schutzheilige (Sao Luiz) der Stadt Cáceres geehrt wird. Für die Kinder ist das ein Grund zur Freude und auch wir können uns bis Dienstag erholen, denn in Brasilien bekommen die Kinder auch am Tag vor oder nach dem Feiertag schulfrei. Warum war das zu meiner Schulzeit nie so?!
Bis Bald! Até logo!
Lise