Bom Dia :)
Die ersten Tage waren wahnsinnig anstrengend. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr die Hitze anstrengt. Jeden Tag nach dem Mittagessen werde ich müde und habe keine Lust mehr irgendetwas zu tun.

Auch im Projekt ist es nicht einfach, da wir bis jetzt noch den ganzen Tag hingehen und noch nicht besonders nutzvoll sind für die brasilianischen Mitarbeiter.
Für alle, denen ich es noch nicht erklärt habe:
Die brasilianischen Kinder gehen nur vier Stunden am Tag in die Schule, die Älteren morgens, die Jüngeren mittags. Das Goncalinho Projekt ist dazu da, die Kinder in ihrer freien Zeit von der Straße und damit auch von Kriminalität fernzuhalten.

Im Moment aber gibt es von der brasilianischen Regierung ein Programm, das sich "Mais Educacao" (= Mehr Bildung) nennt. Die Eltern werden gezwungen ihre Kinder zu diesem Programm in die Schule zu schicken, denn wenn die Kinder nicht erscheinen wird eine staatlich Hilfe gekürzt, die mit dem Kindergeld vergleichbar ist. Ob dieses Programm wirklich zu mehr Bildung verhilft ist allerdings fragwürdig. Außerdem, soll es scheinbar schon wieder gestrichen werden. Auf Grund dieses Programmes kommen gerade nur sehr wenige Kinder ins Projekt.
Das positive daran ist, es ist für uns einfacher einzusteigen und die Kinder kennenzulernen, wenn sie nach und nach zurück kommen, auf der anderen Seite bin ich immer ein bisschen traurig, wenn es fast so viele Betreuer wie Kinder sind.
Im Projekt gibt es regelmäßig Englischunterricht, der von den Freiwilligen geleitet wird. Es finden aber auch andere "Actividade" statt wie zum Beispiel Drachen basteln oder den Gemüsegarten bepflanzen.

Gerade ist Zeit des Umbruchs: die Freiwilligen des letzten Jahres gehen, die Neuen kommen an.. Zusätzlich musste eine der brasilianischen Mitarbeiterinnen spontan das Projekt verlassen. Zur Zeit ist es also für alle ein bisschen schwierig und anstrengend. Trotzdem heißt es überall "Sejam bem vindos".

Auf Grund von Lucys Abschied und unserer Ankunft haben wir noch zwei kleine Ausflüge zu den Wasserfällen Piriputanga und Primavera gemacht. Bei Ersterem gab es eine kleine Schwimmkurseinheit für meine 9-jährige Gastschwester Raphaela.
Wie schön es dort ist, seht ihr auf den Bildern.

Beijos aus der Ferne
Lise



Schwimmunterricht mit meiner Süßen

Piriputanga