Unglaublich. Schon 2 Monate hier.
Heute sind wir seit genau 2 Monaten in Cáceres. Ich kann gar nicht glauben, dass morgen schon Oktober ist, es fühlt sich überhaupt nicht so an. Tagsüber ist es gerade weniger heiß, trotzdem immer noch über 30°C.
Ich habe mich echt gut eingelebt und kenne mich auch in der Stadt einigermaßen gut aus. Manchmal ist es ein bisschen schwierig, zum Beispiel heute war ich unterwegs um einen Adapter zu kaufen, Google meinte ich muss noch ewig die Straße entlang fahren, dabei war ich schon längst vorbei. Am Ende war ich dann doch ganz glücklich, weil sie da hatten was ich wollte und ich jetzt endlich wieder Strom für mein Laptop habe.
Auch im Projekt habe ich gemerkt, dass wir doch noch einiges nicht wissen, so erfuhr ich heute nebenbei, dass das Projekt nicht nur ein Konto bei der Bäckerei und beim Supermarkt hat, sondern auch beim Schreibwarenladen, das seit 2 Monaten nicht bezahlt wurde, also bin ich heute gleich hingefahren um zu fragen, wie riesig die Rechnung denn ist, die ich begleichen sollte.
Jetzt sitze ich zu Hause und es hat schon wieder angefangen zu regnen, ich frage mich gerade immer: Wie ist der Regen in der Regenzeit? Nur ganz kurz, dafür aber heftig? Oder den ganzen Tag, aber nur Niesel? Als ich Manu danach gefragt habe meinte sie, sie wisse es auch nicht, ich bin schon echt gespannt. Oder hat die Regenzeit schon begonnen? Und was macht man dann den ganzen Tag, wenn bei ein bisschen Regen, so wie jetzt schon alles ausfällt. Und wie verkraftet das das Haus, in das es jetzt schon an zwei Stellen hereinregnet? Ich habe so viele Fragen und keiner kann sie mir beantworten...
Nächste Woche tauschen Vera und ich die Gruppen, sie wird dann vormittags und ich nachmittags ins Projekt gehen. Ein bisschen schade finde ich es schon, jetzt habe ich die kleinen so sehr lieb gewonnen und muss schon wechseln. Ich denke auch die Actividades für die größeren sollten anspruchsvoller sein als irgendwelche Bildchen zu malen, das macht mir bammel, mal sehen wie ich das hinbekomme, ich werde euch auf jeden Fall davon berichten.
Und noch etwas wird sich in den nächsten Tagen ändern:
Meine Gastmutter kommt von ihrer Reise zurück, darauf freue ich mich schon, dann bin ich nicht mehr so viel alleine zu Hause, aber ein bisschen Zweifel habe ich schon, denn sie wird Manus Schwester mitbringen, die vor ca. vier Wochen ihr Baby bekommen hat. Ich bin gespannt, ob ich dann überhaupt noch schlafen kann, wenn der kleine Israel die ganze Zeit Hunger hat.
Was mich immer wieder freut ist, dass ich immer mehr verstehe, was die Leute erzählen oder von mir wollen. Manchmal sage oder höre ich ein Wort und denke: Wow, am Anfang konnte ich das noch nicht. Das freut mich dann immer wahnsinnig. Auch die Leute um mich herum merken das, neulich hat mir einer etwas erzählt und dann etwas gefragt und ich habe ich ihm schon geantwortet, dann hat er angefangen es noch mal zu erklären, plötzlich gestoppt und gemeint: „Ach, ich muss es dir ja gar nicht erklären.“ Da haben wir beide gelacht und mich freut das, wenn er das merkt, dann bin ich weniger die kleine Lise der man alles doppelt und dreifach erklären muss.
Ich bin gerade wirklich glücklich hier zu sein und auch froh, meine Erfahrungen mit euch teilen zu können.
Die Arbeit im Projekt kann auch auf Facebook verfolgt werden, da werden ständig Bilder mit einer kurzen Erklärung gepostet, natürlich auf beiden Sprachen. -> Projeto Gonçalinho.
Beijos Lise
weltbaer am 01. Oktober 15
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