Montag, 28. September 2015
Projektwoche: Deutschland
Die letzte Woche im Projekt haben Vera und ich zum Thema Deutschland gestaltet, sie für die Nachmittagsgruppe und ich für die Vormittagsgruppe.

Montag:
Am Montag startete ich mit den Kindern eine Mindmap zum Thema „Deutschland“, die Kinder durften alles erzählen, was sie über unser Heimatland wissen und auch Fragen stellen. Am Häufigsten kamen Fragen wie: „Gibt es dort Löwen? Gibt es dort Eisbären? Gibt es dort Mango?“, es wurden quasi alle Tiere und Früchte aufgezählt die es hier gibt aber dort nicht. Bis ich hierher gekommen bin, ist mir nie wirklich aufgefallen, dass wir in Deutschland eigentlich nur eine total kleine Auswahl an Früchten haben, die wirklich dort wächst und auch dass es bei uns eine sehr viel geringere Tiervielfalt gibt als hier wurde mir erst klar, als ich über unsere Natur usw. ausgefragt wurde. Als dann irgendwann alle offenen Fragen geklärt waren, durfte jedes Kind sich einen Punkt der Mindmap heraussuchen und ein Bild dazu malen. Hier das Ergebnis:



Dienstag:
Mit der Hilfe von allen Kindern gab es am Dienstag Pfannkuchen. Dadurch, dass 12 Kinder da waren und es kein Rührgerät im Projekt gibt konnten immer 4 Kinder gleichzeitig den Teig in einer riesigen Schüssel rühren. Beim Pfannkuchen braten haben mir dann die zwei Lanche-Helfer der Woche zur Seite gestanden, die beiden haben das wirklich super gemacht. Mit der Teigmenge habe ich mich ein bisschen verschätzt, denn es waren am Ende zu viele Pfannkuchen, sodass sogar etwas übrig war, aber es hat allen geschmeckt. Auf die Pfannkuchen gab es Zucker und Zimt und Goiaba (noch so eine Frucht, die es bei uns kaum zu finden gibt). Ich habe noch nie zuvor mit Kindern etwas gekocht und hatte wirklich ein bisschen Angst, wie das werden würde, ob sich die Kinder langweilen und ob es überhaupt funktionieren würde. Um ehrlich zu sein, war ich die ganze Woche ein bisschen nervös, ob ich die Actividades mit den Kindern hinbekomme und ob sie es gut finden und auch mitmachen.



Mittwoch:
Die Austauschgruppe in Deutschland hat für die Kinder des Projektes ein supersüßes Video auf Portugiesisch gedreht, in dem die Jugendlichen unter anderem sagen, dass sie sich wahnsinnig über Briefe freuen würden. Da ich dachte, für die Jüngeren ist es einfacher einen Steckbrief über sich zu schreiben, machte ich das zu meiner Actividade am Mittwoch. Im Steckbrief beantworteten sie dann zum Beispiel auch die Fragen, seit wann sie ins Projekt kommen und warum sie so gerne im Projekt sind.



Donnerstag:
Am letzten Tag unserer Projektwoche, habe ich mir vorgenommen, ein Spiel mit den Kindern zu basteln: das Kartoffelspiel. Als ich in der Küche saß, um die Papiere für die Schachteln vorzubereiten kam eines der Kinder herein, las sich die Anleitung durch und meinte nur: „Ahh, que chato!“ was so viel heißt wie „Boah, wie langweilig!“. Das hat mich wirklich ein bisschen traurig gemacht, denn ich war mir so sicher, dass es eine tolle Idee sei, das Spiel zu basteln. Ich war wirklich ein wenig verzweifelt. Als Jacke kam, hab ich ihr das dann erzählt und sie meinte, ich solle mir keine Sorgen machen, das sagen die Kinder oft und finden es danach doch cool und spielen damit. Das Kind hätte das nur gesagt, weil es das Spiel noch nicht kennt.
Wer jetzt gut aufpasst, kann das Spiel auch selbst nachbasteln. Seit ich ein Probespiel gebastelt habe, haben meine Gastschwester und ich es schon gefühlte hundertmal gespielt.
Als erstes hat jedes Kind aus Salzteig 20 kleine Bällchen (oder auch andere Formen, das habe ich jedem selbst überlassen) geformt, die wir danach in die Sonne zum Trocknen gelegt haben. Danach habe ich die Kinder angeleitet, zwei Origamiboxen zu falten, die man dann ineinander stecken kann. Der Deckel der Box durfte dann bunt angemalt werden. Nachdem die Farben trocken waren habe ich jedem Kind ein Loch in den Deckel geschnitten, dann hat jeder noch fünf Punkt, mit den Zahlen 1 bis 5 aufgemalt. Das Loch steht für die sechs. Leider kamen wir nicht mehr dazu, das Spiel zu spielen, denn das Basteln hat ziemlich lange gedauert. Für nächstes Mal weiß ich dann, dass ich gleich zwei Vormittage einplanen kann, da am Ende die Konzentration der Kinder sehr stark nachgelassen hat. Trotzdem waren alle sehr motiviert dabei, was mich wahnsinnig gefreut hat. Auch wenn die Kinder das Spiel erst am Montag lernen, hier schon mal die Anleitung, der ein oder Andere wird es vielleicht wieder erkennen.

Für zwei oder mehr Spieler. Alle Bällchen (Kartoffeln) werden durch die Anzahl von Spielern geteilt. Würfelnd werden die Felder des Spielbretts entsprechend der Augenzahlen besetzt. Bei „6“ fällt die Kartoffel durch das Loch. Ist ein Feld bereits besetzt, muss der Spieler die Kartoffel nehmen, und der Nächste ist dran. Wer keine Kartoffeln mehr hat, ist der Sieger.





Bei der Teamsitzung am Donnerstagnachmittag wurde ich von Jacke gelobt, sie fand die Woche toll und meinte ich habe mich sehr gut als Professora geschlagen. Das hat mich wirklich wahnsinnig gefreut und ich denke solches Lob ist für uns wahnsinnig wichtig, denn ich habe das Gefühl, Lob und Kritik wird hier ziemlich selten verteilt. Auch nimmt es mir die Angst vor der nächsten Actividade, die ich vorbereiten soll.

Beijos Lise
P.s.: Danke Mama für deine Unterstützung