Dienstag, 22. September 2015
Woche über Indios
Letzte Woche war das erste Treffen mit den Jugendlichen des Austausches, bei dem Vera und ich dabei sein konnten. Die Gruppe, die im Januar nach Deutschland fliegt, besteht dieses Jahr aus drei Mitgliedern der MST, zwei Chiquitanos (Indigener Stamm), drei Studenten und drei Jugendlichen, die das Gonçalinho-Projekt vertreten werden.
Dienstagmorgen haben wir uns alle im Projekt getroffen und Gruppenspiele gespielt. Später habe ich mich mit einem der Chiquitanos unterhalten, Guiherme hat mir Bilder und Video von der Tanzgruppe, seines Dorfes gezeigt. Schon als wir letztes Jahr das Dorf besucht haben war ich total begeistert von der Kultur. Er hatte auch Schmuck mitgebracht, den er aus Samen selbst gemacht hat, er macht sogar seine Ohrringe selbst, was mich total beeindruckt hat. Auch die Kinder fanden die beiden Indigenen wahnsinnig interessant. Ich kenne jetzt sogar ein paar neue Wort auf ihrer Sprache: (ein bisschen Zungenbrecherisch, aber ich habe es mir extra aufschreiben lassen)
ichinhaka – Ja
chichinhaka – Nein
tchapié - Danke
mastakama – hübsch

encontro

Nach der Mittagspause ging es dann in die Uni, wo Vera und ich ein bisschen Deutschunterricht gaben. Nur Basics, wie zum Beispiel sich vorstellen und sagen, wie alt man ist. Wir machten auch gleich das nächste Treffen aus, das auf einem Assentamento (Besetztes und schon anerkanntes Land) der MST stattfinden soll. Darauf freue ich mich schon sehr.
Vor allem war das Treffen auch für die Kinder super, da die ganze Woche unter dem Thema „Indios“ stand. Am Montag hatten wir schon etwas über die Geschichte des Indigenen Völker Brasiliens gehört und Indios früher und heute verglichen. Es tut mir im Nachhinein total leid, aber als ich gefragt wurde, ob es in Deutschland indigene Stämme gibt musste ich ziemlich Lachen, eigentlich sind wir Europäer ja die Bösen in dieser Geschichte.

historia dos indios
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Am Mittwoch schauten wir einen Film über ein indigenes Mädchen, das dazu bestimmt wurde, den Regenwald zu beschützen. Ich fand den Film wirklich gut, trotzdem hätte ich mir einen Film gewünscht, der mehr auf das Leben der Indios eingeht und etwas mehr Inhalt übermittelt, außer dass der „weiße Mann“ den Regenwald plattmachen will.
Am Donnerstag spielten wir dann Indiaca bzw. Peteca, dieses Spiel hat tatsächlich südamerikanische Wurzeln, das wusste ich bisher auch nicht, aber jetzt im Nachhinein wird es mir auch klar „INDI-aca“. Der Indiaca besteht aus Palmblättern und Federn, die Kleinen wollten unbedingt damit posen.

peteca

Alles in allem war die Woche wahnsinnig interessant und ich freue mich riesig darauf, wenn die beiden Indios wieder kommen und uns ihre Körperbemalungen usw. zeigen.

In diesem Sinne…
Tchapié an alle, die das hier lesen. Ich freue mich auch über konstruktive Kritik oder Kommentare.
Beijos Lise