Donnerstag, 20. August 2015
Endlich angekommen
Mein Plan nach dem Abi:
Ein Jahr lang in einem brasilianischen Kinderprojekt im Staat Mato Grosso arbeiten.

Ich habe mich solange darauf gefreut und endlich ist der Tag gekommen, der Flug nach Brasilien steht an.
Die Zeit kurz vor dem Abschied konnte ich mit meinen Freunden und meiner Familie wunderbar genießen. Danke Euch allen! Obwohl ich mich so sehr auf dieses Jahr gefreut habe, habe ich im Hinterkopf immer noch den Gedanken "Ein Jahr ist so lange...was da alles passieren kann in dieser Zeit.." Es gab immer wieder kleine Panikattacken, die mich heruntergedrückt haben, aber auch Augenblicke in denen ich die ganze Welt umarmen hätte können.
Zum Glück bin ich nicht alleine auf dem Weg in dieses riesige Land, Vera, die mit mir in dem Projekt arbeiten wird, hatte die gleichen Anfälle und so konnten wir uns gegenseitig beruhigen und uns auch zusammen freuen.

Um in Cáceres, unserem neuen Wohn- und Arbeitsort, anzukommen haben wir insgesamt über 24 Stunden gebraucht. Mit dem Flugzeug ging es über Paris nach Sao Paulo und schließlich nach Cuiabá, wo wir bei einem netten Pärchen übernachteten, um am nächsten Morgen mit dem Bus nach Cáceres zu fahren. Die Reise war zwar sehr anstrengend, aber trotzdem war es wahnsinnig erleichternd, dass es keine Komplikationen gab.

Vom Busbahnhof in Cáceres wurden wir von unseren Gastschwestern, dem "Mann für alles "des Projektes und dessen Freundin abgeholt.
Da ich schon im vergangenen Sommer fünf Wochen in dieser Gastfamilie gewohnt habe, war die Begrüßung sehr herzlich. Für mich war das Ankommen überraschend emotional, es hat sich nicht angefühlt, wie es sich anfühlt, wenn man an einen relativ fremden Ort kommt und dort wohnen soll. Es hat sich angefühlt, wie nach einer langen Reise nach Hause zu kommen. Ich habe das kleine, süße, gelbe Haus ins Herz geschlossen und vor allem auch die Familie die darin lebt, meine Gastmutter, ihre Tochter und deren Nichte, ein Haus voller Mädels also.
Es hat sich kaum etwas verändert und ich konnte das gleiche schuckelige Zimmer wie letztes Jahr beziehen.
Nicht einmal die Kakerlake im Bad konnte mich erschüttern, ich war einfach zu glücklich an diesem ersten Tag, in dem Ort der nun ein Jahr lang mein Zuhause sein wird...

Beijos Lise

Total kaputt, aber glücklich in Sao Paulo angekommen.